Keine "leichte" Unterhaltung

Ottfried Fischer und die Heimatlosen traten mit "Wandogo Filosofi" im Mensa-Theater auf

Wer auf "leichte" Unterhaltung hoffte, der war falsch. Das lag nicht nur daran, dass der Förderverein des Finsterwalder-Gymnasiums Rosenheim für sein siebtes Mensa-Theater das kabarettistische Schwergewicht Ottfried Fischer engagiert hatte. Statt humorvoll war das Bühnenprogramm tiefgründig, melancholisch und provozierend. Für Auflockerung sorgten die Musiker der Heimatlosen mit schrägen Jazztönen. Fernseh-Serien wie "Irgenwie und Sowieso" und "Der Bulle von Tölz" haben Ottfried Fischer bekannt gemacht. Der 63-Jährige kann aber weit mehr als den gemütlichen und lustigen "Dicken" geben. Vor allem ist er ein scharfsichtiger Kabarettist.

Im Jahre 2008 machte er seine Parkinson-Erkrankung öffentlich. Seitdem wird er in der medialen Welt mehr über dieses Leiden wahrgenommen als über sein Können. "Wenn du krank bist, wollen dich die Leute krank sehen", hat der Kabarettist vor einiger Zeit in einem Interview gesagt. Der Bayer steht zu seiner Krankheit, will sich aber keinesfalls darauf reduzieren lassen.

Zu Recht: Das Gehen fällt ihm mittlerweile schwer und Mimik und Gestik sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Doch wenn man diese Symptome ausblendet, bleibt ein Mann mit einem hellwachen, philosophischen Geist und Gespür für feinsinnigen Humor. Die zweieinhalbstündige Bühnenshow wirkt verrückt und abgedreht. Fischer und die Musiker der Heimatlosen sind Schiffbrüchige des Kreuzfahrtschiffs Aida. Es ist ein gefährliches Unternehmen und darum lässt Ottfried Fischer die "Heimatlosen" zu ihrem eigenen Schutz zu Beginn der Show gleich einmal mit Fußfesseln ausstatten.

Was die Zuschauer dann erwartet ist eine Reise in die Erinnerungen und zu den Weltansichten des Ottfried Fischer. Der Kabarettist gibt Gedanken, Gedichte und sogar Gesang zum Besten. Darin geht es um die erste Liebe ebenso wie um gesellschaftliche Themen. "Wir wissen nicht, wie kostbar Frieden ist, weil wir den Krieg nicht mehr kennen", sagt er an einer Stelle und beendet die Aufführung mit den philosophisch klingenden Worten "Ich lebe und weiß nicht wie lange, ich sterbe und weiß nicht wann!"

(Auszug aus OVB 31.01.2017 von Karin Wunsam)