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Mensa-Theater

Wellküren
Freitag, 29.09.2017
Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr

Kartenvorverkauf ab sofort unter skyrich[at]t-online.de

Preis 24,-- € inkl. VVK-Gebühr
Mensa des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums
Königstr. 25, 83022 Rosenheim


Sie haben ihn gewonnen. Den 30jährigen Krieg!

 

Gegen Franz Josef Strauß und Streibls Amigos. Gegen den Paragraph 218 und den Musikantenstadl. Gegen Pershing II und den Nato Doppelbeschluss. Gegen Wackersdorf und verseuchtes Milchpulver. Gegen Sauren Regen und das Waldsterben. Gegen die Berliner Mauer und den Millenium Bug. Gegen Aids, Rinderwahn und Vogelgrippe. Gegen Frauen-Diskriminierung und Silikon. Gegen Laktose, Gluten und überhaupt gegen alle Intoleranten. Alles vorbei und fast vergessen. Nur sie stehen noch da, die drei siegreichen Wellküren, Moni, Burgi und Bärbi, und spielen für alle Überlebenden und Hinterbliebenen. Bei ihnen gibt es Hoffnung und Musik für alle Liebenden!

 

In ihrem Programm spannen die Wellküren ihren Nonnengeigen-Bogen weit. Musikalisch geht‘s dabei wellküren-typisch handgemacht von Mozart bis Nina Simone und vom Landler bis La Paloma. Sie zeigen Flüchtlingen, woher der Wind in Bayern weht und erklären nicht mehr ganz so jungen Männern und Frauen, wie man in Würde altert. Sie zielen mit ihrem Spott und ihren Gstanzln ganz aktuell auf politischen Un- und zeitgeistigen Blödsinn zwischen Lifestyle-Mammies und Transit-Zonen. Und natürlich haben die drei für ihr neues Programm auch einige Lieblingsstücke aus den letzten 30 Jahren ausgewählt und neu arrangiert.

 

Keiner kann eben Stubenmusik so schön herunter rotzen wie die Wellküren.

 


 

 

 

 

Keine "leichte" Unterhaltung

Ottfried Fischer und die Heimatlosen traten mit "Wandogo Filosofi" im

Mensa-Theater auf


Wer auf "leichte" Unterhaltung hoffte, der war falsch. Das lag nicht nur daran, dass der Förderverein des Finsterwalder-Gymnasiums Rosenheim für sein siebtes Mensa-Theater das kabarettistische Schwergewicht Ottfried Fischer engagiert hatte. Statt humorvoll war das Bühnenprogramm tiefgründig, melancholisch und provozierend. Für Auflockerung sorgten die Musiker der Heimatlosen mit schrägen Jazztönen. Fernseh-Serien wie "Irgenwie und Sowieso" und "Der Bulle von Tölz" haben Ottfried Fischer bekannt gemacht. Der 63-Jährige kann aber weit mehr als den gemütlichen und lustigen "Dicken" geben. Vor allem ist er ein scharfsichtiger Kabarettist.


Im Jahre 2008 machte er seine Parkinson-Erkrankung öffentlich. Seitdem wird er in der medialen Welt mehr über dieses Leiden wahrgenommen als über sein Können. "Wenn du krank bist, wollen dich die Leute krank sehen", hat der Kabarettist vor einiger Zeit in einem Interview gesagt. Der Bayer steht zu seiner Krankheit, will sich aber keinesfalls darauf reduzieren lassen.


Zu Recht: Das Gehen fällt ihm mittlerweile schwer und Mimik und Gestik sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Doch wenn man diese Symptome ausblendet, bleibt ein Mann mit einem hellwachen, philosophischen Geist und Gespür für feinsinnigen Humor. Die zweieinhalbstündige Bühnenshow wirkt verrückt und abgedreht. Fischer und die Musiker der Heimatlosen sind Schiffbrüchige des Kreuzfahrtschiffs Aida. Es ist ein gefährliches Unternehmen und darum lässt Ottfried Fischer die "Heimatlosen" zu ihrem eigenen Schutz zu Beginn der Show gleich einmal mit Fußfesseln ausstatten.

Was die Zuschauer dann erwartet ist eine Reise in die Erinnerungen und zu den Weltansichten des Ottfried Fischer. Der Kabarettist gibt Gedanken, Gedichte und sogar Gesang zum Besten. Darin geht es um die erste Liebe ebenso wie um gesellschaftliche Themen. "Wir wissen nicht, wie kostbar Frieden ist, weil wir den Krieg nicht mehr kennen", sagt er an einer Stelle und beendet die Aufführung mit den philosophisch klingenden Worten "Ich lebe und weiß nicht wie lange, ich sterbe und weiß nicht wann!"

(Auszug aus OVB 31.01.2017 von Karin Wunsam)