12./13./15.10.2017: Theater „König Ödipus“

„König Ödipus“ mal ganz anders - P-Seminar Latein des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums bringt moderne Fassung der antiken Tragödie auf die Mensa-Bühne

15 Schülerinnen und Schüler des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums hatten sich in ihrem Seminar dafür entschieden, die griechische Tragödie „König Ödipus“ nach dem antiken Drama von Sophokles als Bühnenstück einzustudieren und in der Schulmensa sowie einem kleinen Theater in Kufstein aufzuführen.


Der Inhalt des alten Mythos ist wohl bekannt:  Dem König von Theben wird prophezeit, dass sein Sohn ihn ermorden und seine Ehefrau heiraten werde. Um diesem Schicksal zu entgehen, gibt er den Auftrag, seinen neugeborenen Sohn auszusetzen und damit dem Tode preiszugeben. Tatsächlich wächst dieser jedoch entfernt von Theben auf und die Prophezeiung erfüllt sich.

Kann man diesem seit der Uraufführung im Jahr 425 v. Chr. unzählige Male wiederholten Stück noch irgendeinen Reiz abgewinnen? Man kann! Als Grundlage diente die grandiose Bühnenfassung von Bodo Wartke ("Musik und Neutextierung von Bodo Wartke" © by Reimkultur GmbH & Co.KG), dessen Reime vor Wortwitz sprühen und die mit Elementen der Jugendsprache, einer Rap-Einlage und Anspielungen an die Gegenwart über lange Strecken vergessen lassen, dass es sich um ein antikes Drama handelt.

Die Schülerinnen und Schüler haben es unter Anleitung von Herrn Johannes Schnetzer mit ehrenamtlicher Unterstützung der schauspielerfahrenen Frau Angelika Lendaro geschafft, diese von ihnen zum Teil angepasste Vorlage auf höchst vergnügliche Weise zu präsentieren. Mit sichtbarer Spielfreude und viel Engagement zogen sie von Beginn an das Publikum in ihren Bann. Die Befürchtung, dass die Pointen nicht ankommen und gar nicht oder schlimmstenfalls an den falschen Stellen gelacht wird, erwies sich als unbegründet.

Die zahlreichen Proben – für die alle Beteiligten auch viel Freizeit geopfert hatten – haben nicht nur Spaß gemacht, sondern sich gelohnt. Der zum Teil sehr umfangreiche Text wurde auf überzeugende Weise dargeboten. Es wurde an den richtigen Stellen herzlich gelacht und zwar nicht nur von „verklärten“ Eltern, sondern auch von den zahlreich erschienenen kritischen Mitschülern. Den begeisterten Applaus haben sich alle Beteiligten mehr als verdient und vielleicht ist dem ein oder anderen bewusst geworden, dass Theater und klassische Bildung auch Spaß machen können.