18.02.2020: Religion mal anders - Wir erkunden unseren jüdischen Ursprung

Ausgehend von den jüdischen Spuren in unserem Kulturraum befassen wir uns im Religionsunterricht der 9. Jahrgangsstufe mit dem Reichtum des jüdischen Glaubens und Lebens. Dabei soll zunehmend ins Bewusstsein rücken, dass unsere christlichen Wurzeln mit dem Judentum verbunden sind.

Vor diesem Hintergrund haben wir, die Klasse 9bd, gemeinsam mit unserer Lehrerin Frau Vogl die Speisen des Sedermahls besprochen und gekostet. Dabei möchten wir betonen, dass wir dieses weder nachspielen oder nachfeiern, sondern den Geschmack und die Bedeutung der Speisen auch im Zusammenhang mit unserem christlichen Osterfest reflektieren wollten.

Darüber hinaus haben wir uns über diesen Abend informiert: Den Sederabend feiern viele jüdische Familien gemeinsam am Abend vor Pessach. Dann lesen die Familien gemeinsam die Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, singen und beten.

Diese Geschichte ist aufgeschrieben in einem speziellen Buch, der Haggada. Sie gibt den Ablauf des gesamten Abends vor. Im Verlauf der Zeremonie gibt es besondere Speisen von der Sederplatte. Bei diesem Sedermahl hat jede Speise eine besondere Bedeutung und erinnert an ein Ereignis während der Sklaverei in Ägypten: Eine Mischung aus Äpfeln, Nüssen, Wein (Saft) und Zimt, das sogenannte Charosset, spielt an auf die Lehmziegel, die die Israeliten in Ägypten herstellen mussten. Das Salzwasser, wie auch die Bitterkräuter bzw. das bittere Gemüse sollen das Leid und die Tränen während der Zeit in Ägypten symbolisieren. Darüber hinaus spielt auch das ungesäuerte Brot, Mazzen, eine wichtige Rolle, denn es zeigt den übereilten Aufbruch der Israeliten aus Ägypten.

Über Speisen und deren Bedeutung durften wir einen Teil des jüdischen Lebens, die Geschichte des Volkes Israel sowie die Wurzeln unseres christlichen Glaubens „erschmecken“ und nachspüren – dieses Sedermahl war ein sehr intensives Erlebnis!

Veronika Vogl